Mobbing

Mobbing wird definiert als negative bis feindselige Handlung von Mitarbeitern oder Vorgesetzten, systematisch und wiederholt gegen einen Einzelnen gerichtet, mit dem Ziel, diesen „fertig zu machen“. Die Mobbinghandlung kann ausgeübt werden durch eine dauerhafte Herabwürdigung der Leistung oder der Person, ständige Kritik, anschreien oder schimpfen oder die Verbreitung von Gerüchten. Die Diskriminierung kann aber auch subtil durch abwertende Blicke oder Gesten, die Zuweisung von kränkenden Arbeitsaufgaben oder die Ausgrenzung aus dem „Team“ erfolgen. Die Mobbingtat im arbeitsrechtlich relevanten Bereich wird gezielt über einen längeren Zeitraum ausgeübt, um bei dem Mobbing-Opfer Angst und Stress zu verursachen und ihn psychisch und gesundheitlich zu schwächen. Die Motive für einen Mobbingangriff können sehr unterschiedlich sein und reichen von Konkurrenz, Neid, Rache und persönlicher Antipartie bis hin zu konkreten finanziellen Interessen.

Als Bossing wird bezeichnet, wenn der Vorgesetzte den Auftrag erhält die Arbeitsbedingungen und das Arbeitsklima so zu „gestalten“ das der ältere teure Mitarbeiter von sich aus entnervt und zermürbt aufgibt und die Stelle frei wird für günstige junge Teilzeitkräfte.

Beim Geschädigten führt dies mit der Zeit zu Unwohlsein, Schlafstörungen, Minderwertigkeitsgefühlen, Angstzuständen und schließlich zu psychosomatischen Gesundheitsstörungen oder schweren Depressionen mit langer Arbeitsunfähigkeit.
Der Arbeitnehmer wird gesetzlich geschützt durch arbeitsrechtliche Verpflichtungen, dass Recht der unerlaubten Handlung des § 823 Abs. 1 & 2 BGB, das Verbot der sittenwidrigenvorsätzlichen Schädigung des § 826 BGB und das allg.Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Er kann gerichtlich Unterlassungsansprüche, Schadensersatz oder Schmerzensgeldansprüche durchsetzen oder den Arbeitgeber verurteilen lassen Abmahnungen, Umsetzungen, Versetzungen oder eine Kündigung vorzunehmen.

Im Prozess steht der Geschädigte vor dem Problem, dass er den Mobbingsachverhalt beweisen muss. Eine Beweislastumkehr hat das Bundesarbeitsgericht abgelehnt. Dem Mobbingopfer wird in seiner Beweisnot geholfen durch prozessuale Beweiserleichterungen, z. B. Anhörung oder Vernehmung der Parteien und Zeugen, sorgfältige Beweis- und Sachverhaltswürdigung und Verwertung von Attesten und medizinischen Sachverständigengutachten. Ein Mobbingtagebuch ist von besonderer Wichtigkeit, da vor Gericht genau jeder Einzelfall nach Zeit, Ort, Anlass und Inhalt der Handlung vorgetragen werden muss.
Zunächst sollte der Betroffene versuchen durch Gespräche mit Vorgesetzten, Personalvertretern, Betriebsärzten oder Mitarbeitern das Problem betriebsintern zu lösen. In schwierigeren Fällen sollten externe Berater, z. B. die Gewerkschaft, Mediatoren oder Rechtsanwälte hinzugezogen werden.
In massiven Fällen werden gerichtliche Verfahren eingeleitet zum Ausgleich materieller oder immaterieller Schäden oder es wird ggf. auf die Beendigung des Arbeitsverhältnisses gegen Zahlung einer Abfindung hingearbeitet.
Es lohnt sich frühzeitig Maßnahmen einzuleiten.

© Rechtsanwalt Raymond Konopacki, Hildesheim